Euregio-Leistungskurs blickt zum Weltfrauentag in die Verfassungsgeschichte

Anlässlich des Weltfrauentags beschäftigte sich der Leistungskurs Geschichte (Jg. 13) an der Euregio Gesamtschule mit der historischen Entwicklung von Frauenrechten in der Bundesrepublik sowie der ehemaligen DDR.

Gemeinsam mit dem juristischen Kooperationspartner „GrundGesetzVerstehen“ wurden in dem dreistündigen Projekt zunächst die Verfassungen der beiden deutschen Staaten anhand von Originalauszügen verglichen. Die beiden ehrenamtlichen Bildungscoaches Lukas Dallaff und Caroline Nacke, die extra aus Münster angereist waren, leiteten im Anschluss eine Gruppenarbeitsphase an, in der die angehenden Abiturientinnen und Abiturienten unterschiedliche Facetten der Frauenrolle in beiden Systemen untersuchten. Dabei ging es insbesondere um den Abgleich der offiziellen Rechte und Normen mit der gelebten Wirklichkeit in der BRD bzw. DDR, etwa in den Bereichen Scheidungsrecht, Abtreibungsrecht oder Teilhabe am Arbeitsmarkt.

Auf eindrückliche Weise wurde deutlich, dass die DDR zwar normativ die Partizipation der weiblichen Bevölkerung stärker forcierte, in der Praxis aber auch hier geschlechterstereotype Benachteiligungen bestanden. Die höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen in Ostdeutschland ließ sich etwa eher auf einen massiven Arbeitskräftemangel, denn auf partizipatorische Beweggründe zurückführen, so eine Erkenntnis der Materialanalyse.

Auch Geschichtslehrer Leonhard Plitt freute sich sehr über den Besuch, der nicht nur bestens zum thematischen Welttag passte und ein abiturrelevantes Thema bediente, sondern auch große gesellschaftliche Relevanz für die Kursteilnehmenden besaß.