Lokale Unternehmen und Institutionen trainieren Vorstellungsgespräche mit den Schülerinnen und Schülern des 9. Jahrgangs der Euregio Gesamtschule.



„Am Anfang war ich total aufgeregt, aber jetzt weiß ich, dass es gar nicht so schlimm ist und ich das schaffen kann“, so Teilnehmer Robin kurz nach seinem Auftritt. Gut vorbereitet war der Schüler der Klasse 9d in das Trainings-Gespräch gegangen, hatte vollständige Unterlagen vorbereitet und sich ein bisschen in Schale geworfen. Er trotzte der anfänglichen Nervosität, hielt Augenkontakt und beantwortete die Fragen in dem rund zwanzigminütigen Gespräch. Das positive Feedback durch die Vertreterinnen der apetito AG sowie durch seine Mitschülerinnen und Mitschüler, die alles beobachtet hatten, bestärkte ihn weiter.
Die Vorbereitung auf die jährlich stattfindende Veranstaltung begann bereits Wochen zuvor, denn schon bei der Bewerbung mussten die 14- bis 15-Jährigen zeigen, was sie im Deutschunterricht gelernt hatten. Selbstständig erstellten sie Anschreiben und Lebensläufe. Unterstützt wurden sie dabei sowohl von den Deutsch-Fachlehrkräften, als auch von ihren Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern.
Der eigentliche Tag begann mit einem Einstellungstest unter realen Bedingungen, der von der Agentur für Arbeit durch die zuständige Beraterin Diana Krotzek durchgeführt wurde. Schnell kamen die Schülerinnen und Schüler ins Schwitzen. „Das waren viel zu viele Aufgaben, die konnte man gar nicht schaffen“, kritisierte eine Schülerin. Dass dies so von den Personalchefs gewollt ist, überraschte die Jugendlichen. Nach der großen Pause begann die zweite Runde – das persönliche Bewerbungsgespräch.
Neben der Agentur für Arbeit, der Stadt Rheine und dem Jugend- und Familiendienst beteiligten sich auch die Rheinenser Firmen apetito AG sowie Bültel & Westhoff mit Fachleuten an dem Training, sodass der gesamte Jahrgang in verschiedene Berufssparten und Räumlichkeiten aufgeteilt werden konnte.
In simulierten Bewerbungsgesprächen wurden Freiwillige auf „Herz und Nieren“ getestet. Manch kniffelige Frage musste von den Bewerbern beantwortet werden. Die Gespräche wurden anschließend mithilfe der Beobachtungen der Mitschülerinnen und Mitschüler analysiert, die konzentriert die Stärken und Schwächen im Gesprächsverlauf notiert hatten. Anschließend gab es noch hilfreiche Tipps der Personalprofis und die Chance für alle Beteiligten, Fragen zu stellen.
Auch Lehrer Dennis Dammeyer, der für die Euregio Gesamtschule das Bewerbungstraining in diesem Jahr zum ersten Mal koordiniert, zeigte sich erfreut und vor allem dankbar: „Ich kann meinen Kolleginnen und Kollegen gar nicht genug für ihr Engagement bei der Vorbereitung und den Schülerinnen und Schülern für ihren freiwilligen Einsatz und Mut danken. Aber auch den Vertreterinnen und Vertretern der beteiligten Firmen und Einrichtungen gilt mein ganz besonderer Dank. Es ist nicht selbstverständlich, sich einen Vormittag freizunehmen und mit Schülerinnen und Schülern ein Bewerbungsgespräch zu trainieren. Das wir an der Euregio das Bewerbungstraining seit so vielen Jahren durchführen können, ist eine echt Bereicherung für unsere Schule!“ Alle Beteiligten bewerteten dieses Angebot als erfolgreichen Baustein im Studien- und Berufsorientierungskonzept und freuen sich auf die Gespräche im kommenden Jahr.
