





Vom 8. bis zum 13. Mai 2026 nahmen SchülerInnen der EF des Kopernikus-Gymnasiums und der Euregio an einer besonderen Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz teil. Die Reise führte uns durch Oświęcim, Krakau und Berlin und bot uns die Möglichkeit, uns intensiv mit der Geschichte des Holocausts auseinanderzusetzen.
Bereits am Freitagmorgen startete die Gruppe in Rheine mit dem Bus Richtung Polen. Nach der langen Fahrt erreichten wir am Abend die internationale Jugendbegegnungsstätte in Oświęcim. Dort begann in den folgenden Tagen ein abwechslungsreiches und zugleich sehr bewegendes Programm. Am Samstag standen zunächst Workshops zur Vorbereitung des Besuchs der Gedenkstätten auf dem Plan. Dabei beschäftigten wir uns mit historischen Hintergründen und der Bedeutung des Erinnerns heute. Anschließend fuhren wir nach Krakau, wo wir bei einer Stadtführung das ehemalige jüdische Viertel Kazimierz, den Wawel und die Altstadt kennenlernten. Besonders eindrucksvoll war der Kontrast zwischen dem jüdischen Leben vor dem Zweiten Weltkrieg und in den Konzentrationslagern. Der Sonntag und Montag waren geprägt von den Besuchen der Konzentrationslager Auschwitz I (Stammlager) und Auschwitz II (Birkenau). Während der Führungen durch die Gedenkstätten erhielten wir viele Informationen über die Verbrechen des Nationalsozialismus und die Schicksale der Menschen, die dort leiden und sterben mussten. Orte wie die Baracken, die Gleise in Birkenau oder persönliche Gegenstände der Opfer hinterließen bei vielen von uns einen tiefen Eindruck.
Neben den Führungen gab es immer wieder Zeit für Reflexionsgespräche, Workshops und gemeinsame Gespräche im „Haus der Stille“. Dort konnten wir unsere Gedanken austauschen, Fragen stellen und das Erlebte gemeinsam verarbeiten. Außerdem entstanden kreative Beiträge sowie lyrische und musikalische Arbeiten, die unsere Eindrücke widerspiegelten. Nach den Tagen in Auschwitz führte die Reise weiter nach Berlin. Dort war ein wichtiger Programmpunkt der Besuch der Sonderausstellung „Der Holocaust – Was wussten die Deutschen?“ in der Topographie des Terrors, in der wir uns mit der Täterperspektive auseinandersetzten. Danach besuchten wir das „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“, bei dem wir einen Moment innehielten und ein Fazit aus den vergangenen Tagen zogen.
Zuletzt trafen wir uns für ein gemeinsames Gruppenfoto vor dem Brandenburger Tor, bevor wir in den Bus zurück nach Rheine stiegen. Der Besuch der Gedenkstätten hat bei vielen starke Gefühle ausgelöst. Besonders die stillen Orte in Auschwitz I und Auschwitz-Birkenau machten uns bewusst, welches unvorstellbare Leid Menschen dort erfahren mussten. Erschreckend waren dabei die Ausstellungen der Haare und der Besitztümer der ermordeten Juden. Sehr emotional waren auch die Räume, die einen Einblick in die Leben der Juden vor dem Holocaust boten. Viele waren betroffen, traurig und gleichzeitig sprachlos. Einige von uns waren außerdem durch den Kontrast zwischen dem friedlichen Aussehen und der gewaltvollen Geschichte von Auschwitz I, verwirrt. Die Reise hat uns aber auch gezeigt, wie wichtig es ist, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, damit sich solche Verbrechen niemals wiederholen. Durch die gemeinsamen Gespräche und Reflexionsrunden konnten wir unsere Eindrücke teilen und besser verstehen, warum Erinnerungsarbeit auch heute noch eine große Bedeutung hat. Ein weiteres emotionales Highlight waren die lyrischen Beiträge, die einige von uns bei Reflexionsrunden im „Haus der Stille“ oder auch am Denkmal für die ermordeten Juden Europas, vorgestellt haben. Die Fahrt hat uns gezeigt, wie wichtig Erinnerung, Menschlichkeit und Verantwortung heute sind. Viele von uns haben die Reise als emotional, nachdenklich und zugleich lehrreich erlebt.
